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Ein Afghane in Togo

Ein Afghane in Togo 

Im letzten Jahr war es uns nach dem Projekt in Sri Lanka wieder möglich, Hilfsarbeit außerhalb Afghanistans zu leisten: Zielland war diesmal TOGO!

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Durch die Kooperation mit dem vor Ort ansässigen Verein „Streams of Hope“ gelang es uns in Aneho, einem Dorf in Togo, tätig zu werden. Unser Mitglied Naim Akbarzadah hat Ajmal H., Mitglied von „Streams of Hope“ und zugleich unsere Kontaktperson, getroffen und interviewt.

 

Naim: Es ist ja ungewöhnlich, dass ein afghanisch-stämmiger junger Mann Beziehungen zu einem westafrikanischen Land führt. Wie kam dies zustande?

Ajmal: Ich bin in den letzten Jahren mehrmals nach Togo geflogen. Da ich im Import- und Exporthandel tätig bin und Westafrika ein großes Potenzial in dieser Hinsicht bietet, waren meine Reisen eher geschäftlicher Natur. Bei meinen Aufenthalten in Aneho ist mir die Armut der Bevölkerung nicht entgangen. Besonders hat mich jedoch die große Anzahl an verarmten, verwahrlosten und schwer arbeitenden Kindern schockiert und zum Nachdenken gebracht.

Naim: Wie bist du mit dieser Situation umgegangen?

Ajmal: Ich steckte selbstverständlich den Kindern Geld zu oder gab ihnen so oft es ging etwas zu Essen, doch das war nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein.

Naim: Nun bist du Mitglied der togoischen  NGO „Streams of Hope“. Wie bist du auf sie gestoßen?

Ajmal: Meine Unruhe bezüglich der Lage dieses Landes und vor allem bezüglich der Situation der Kinder entging auch nicht meinem Geschäftspartner. Daher stellte er mich den Mitgliedern von „Streams of Hope“ vor. Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen zu helfen, die vom Staat vergessen worden sind. Ich schaute zu, hörte mir ihre Projekte und Pläne an. Zudem erkundigte ich mich bei Dritten über „Streams of Hope“. Ich bin jetzt seit ca. drei Jahren Mitglied bei „Streams of Hope“ und froh, den Menschen, vor allem den Kindern, helfen zu können.

Naim: Was genau macht „Streams of Hope“? 

Ajmal: Das Besondere an „Streams of Hope“ ist die vielfältige Art und Weise der Hilfeleistung. Das bedeutet: Sie beschränken sich nicht nur auf einen Sektor, sondern unterstützen Schulen, Krankenhäuser, Ärzte, Familien und verwaiste Kinder.

Naim: „Streams of Hope“ und „Visions for Children e.V.“ arbeiten seit zwei Jahren zusammen. Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Ajmal: Wie schon erwähnt bin ich seit ca. drei Jahren bei „Streams of Hope“ tätig. Doch ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich gemerkt, dass ich die Organisation von Kleider-, Sach- und Geldspenden nicht mehr allein bewältigen kann. Ich benötigte Hilfe und mit Einverständnis von „Streams of Hope“ habe ich mich auf die Suche nach einer jungen und engagierten Organisation gemacht. Durch Mundpropaganda bin ich über das „Haus der Jugend Steilshoop“ auf „Visions for Children e.V.“ gestoßen. Die Mitglieder von „Visions for Children e.V.“ waren sehr aufgeschlossen gegenüber einem Projekt in Westafrika. Nach einigen Treffen, Absprachen und dem Austausch von Informationen stand einer Zusammenarbeit von „Streams of Hope“ und „Visions for Children e.V.“ nichts mehr im Wege.

Naim: Wie unterstützt „Visions for Children e.V.“?

Ajmal: Zuerst einmal muss ich sagen, dass die Zusammenarbeit mit „Visions for Children e.V.“ sehr gut klappt. Die Hilfe beim Organisieren von Kleidungs- und Sachspenden war sehr zufriedenstellend. Zudem konnte durch „Visions for Children e.V.“ eine Schulbus-Linie eingerichtet werden, um die Kinder in die nächst größere Stadt zur Schule zu fahren. Darüber hinaus konnte „Visions for Children e.V.“ uns bei grundlegenden Dingen, wie der Führung, Strukturierung und Organisation eines Vereins, hilfreiche Informationen und uns bis dahin unbekannte Inputs geben. Mit diesem deutschen Grundlagenwissen und unserer Neuorganisierung schafften wir einen klaren Überblick. Dies erleichterte nicht nur unsere Abläufe, wir gelangten so auch zu schnelleren Ergebnissen unserer Arbeit.

Ein weiterer nützlicher Nebeneffekt war die lang ersehnte Unterstützung durch die togoische  Regierung. 

Naim: Was meinst du mit der Unterstützung durch die Regierung?

Ajmal: Die Problematik in Togo ist jene, dass Spenden jeglicher Art, die eingeführt werden, eine enorme und langwierige Bürokratie seitens der Beamtenschaft im Hafenbereich in Gang bringen. Eines der Mitglieder von „Visions for Children e.V.“ ist auf eine besondere Regelung des togolesischen  Staates aufmerksam gemacht geworden. Diese weist darauf hin, dass wenn eine togoische Hilfsorganisation mit einer seriösen ausländischen NGO zusammenarbeitet, diese weithin üblichen, kräfteraubenden Bürokratien umgangen werden können. In diesem Fall bedarf es nämlich keiner Bearbeitung der Spenden und ebenso wenig werden Gebühren auf diese erhoben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir eine verlustfreie und vor allem eine pünktliche Weiterleitung der Spenden garantieren können!

Naim: Vielen Dank für das Interview.

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